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Hekate - Die dunkle Göttin Geschichte und Gegenwart Edition Roter Drache, 2009 In der heutigen Zeit ist ein Neuaufleben naturreligiöser Vorstellungen zu beobachten, die Hand in Hand gehen mit einem neuen Interesse an weiblicher Spiritualität. Unter den alten Göttinnen, die heute wieder zunehmend verehrt werden, ist Hekate eine der vielschichtigsten und am wenigsten verstandenen. Auf der anderen Seite zeichnet sich in der Altertumswissenschaft eine Neubewertung antiker Zauberei, Divination und Magie ab, was die Gestalt der Hekate ebenfalls stärkere Beachtung finden lässt. Meine Studie versucht zweierlei: Erstens die bisherigen Ergebnisse der Forschung aufzuarbeiten und anhand der antiken Quellen zu überprüfen und zweitens aufzuzeigen, wie sich der Archetypus Hekate heute manifestiert. Dabei gehe ich von C.G. Jungs tiefenpsychologischer These aus, dass Götter keine bloßen Erdichtungen sind, sondern naive Wahrnehmung der gewaltigen, inneren Wirkung autonomer Teilsysteme". Hekate verkörpert einen Aspekt der Natur und des Selbst, der im Westen lange verdrängt wurde, aber bewusst gemacht werden muss: den der Göttin des Todes, der Magie und der Übergänge. Der erste Teil meiner Studie behandelt die antiken Zeugnisse aus archaischer, klassischer und spätantiker Zeit. Dabei wird zunächst die Herkunft der Hekate anhand hethitischer Quellen neu untersucht. Neu ist hierbei der Nachweis, dass Hekate ursprünglich keine Mond-, sondern eine Sonnen-Erd-Göttin ist. Anschließend wird am Beispiel von Kirke und Medea das antike Hexenwesen beleuchtet. Nekromantie und Unterweltfahrten, wie sie im antiken Epos geschildert werden, erfahren eine neue Deutung. Schließlich wird die Rolle der Hekate in den spätantiken Zaubertexten behandelt, wobei ich auch ausführlich auf das Berliner Zaubertischchen (Pergamonmuseum) eingehe. Sodann wird gezeigt, wie Hekate in der Orphik, der Mithras-Religion und dem Neuplatonismus zu einer Hauptgöttin aufsteigt, die zwischen Kosmos und noetischer Welt vermittelt (besondere Beachtung findet dabei Proklos). Im zweiten Teil der Studie wird anhand ausgewählter Beispiele gezeigt, wie Hekate seit der Renaissance in der Literatur wieder zum Vorschein kommt, als Beispiel dienen vor allem Shakespeares Macbeth und Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. Der Typus Hekate manifestiert sich heute jedoch zunehmend in der Trivial- und Popkultur, als Beispiel wird eine US-amerikanische Comicfigur aus den neunziger Jahren näher analysiert. Abschließend wird die Rolle der Hekate in der modernen Esoterik kritisch untersucht, wobei ich von Aleister Crowley ausgehe und sodann zeitgenössische Texte der Hexenbewegung (Wicca) behandele, wozu ich autobiographische Zeugnisse über Berufungserlebnisse und Ritualanweisungen auswerte. Dabei wird deutlich, dass der Umgang der modernen Esoterik mit der antiken Überlieferung zwar willkürlich ist, aber dennoch ein Wiederaufleben archaischer Bewusstseinsinhalte erkennen lässt. http://www.roterdrache.org | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||